SCHMERZMITTELMISSBRAUCH
Mißbrauch von Schmerzmittel
Man schätzt, daß 5-10% aller chronischen Nierenerkrankungen auf einen Schmerzmittelmißbrauch zurückzuführen sind. Auch ist nicht einmal allen Ärzten bekannt, daß ein längerfristiger Schmerzmittelmißbrauch zu einem Kopfschmerz führen kann, dem sog. Schmerzmittelkopfschmerz.
Ein Schmerzmittelmißbrauch erfordert deshalb eine konsequente En tzugsbehandlung.
En tzugsbehandlungen in Form einer ausschleichenden Dosisreduzierung erfolgen bei potentiell suchterzeugenden Substanzen (z.B. Tramadol, Tilidin, Morphin, Buprenorphin, Pentazocin), aber auch bei Verwendung von Mischpräparaten, bei denen eine Komponente entsprechend einzustufen ist (z.B. Codein).
Wenn ein Schmerzmittelmißbrauch tatsächlich auf chronifizierte Schmerzsyndrome (= Schmerzkrankheiten) und nicht etwa auf ein eigendynamisches Suchtpotential zurückzuführen ist und die verwendeten Schmerzmittel potentiell nicht suchterzeugend sind (z.B. ASS, Paracetamol, nichtsteroidale Antirheumatika, Metamizol, auch Ergotam in), besteht die En tzugsbehandlung in sofortigem Absetzen des Schmerzmittel s (Schmerzmittelentzug).
Da mit einer En tzugsbehandlung ja die Schmerzquelle, wegen der der Schmerzmittelmißbrauch überhaupt zustande kam, nicht ausgeschaltet wird, muß die Schmerztherapie mit anderen Mitteln fortgesetzt werden, denn es macht ja wenig Sinn, in dieser Situation wieder auf (andere) Schmerzmittel zurückzugreifen.
Als
Alternative im Rahmen von
En tzugsbehandlungen eignet sich
bei einem Mißbrauch von Schmerzmittel
in besonderem Maße die wiederholte, in der Entzugsphase 2 bis 3 mal
tägliche Verabreichung eines langwirkenden
Lokalanästhetikum
s (z.B.
Bupivacain)
(= örtliches Betäubungsmittel)
in Form der
therapeutischen
Lokalanästhesie
(Infiltrationen bzw. Betäubung
des
Schmerzbereichs, Nervenblockaden und Leitungsblockaden, rückenmarknahe oder
Sympathikusblockade
n).
Parallel zum Entzug verordnen wir zur Abschirmung
möglicherweise auftretender vegetativer Entzugserscheinungen (z.B. innere
Unruhe, Zittrigkeit, Schwitzen) bei einem vorangegangenen
Mißbrauch von Schmerzmittel
Trimipramin
(Stangyl®), initial i.v.
(= in die Blutader).
Folgendes Dosierungsschema hat sich bei einem
Schmerzmittelmißbrauch bewährt: Basismedikation 100mg/d abends oral
(= Tropfen, Tabletten);
zusätzlich als Infusion (z.B. in 500ml NaCl 0,9%) am ersten Tag 25mg, am zweiten
Tag 50mg, am dritten Tag 75mg, am vierten Tag 50mg und am fünften Tag wieder
25mg.
Nicht selten besteht gleichzeitig auch ein Benzodiazepin
mißbrauch
(= Beruhigungsmittel
mißbrauch).
Auch diese potentiell suchterzeugende Substanz wird langsam ausschleichend
abgesetzt. Eine diesbezügliche Entzugssymptomatik kann mit Carbamazepin
(= Mittel eigentlich gegen die Fallsucht, aber auch bei
einer
En tzugsbehandlung hilfreich) oder
Valproinsäure behandelt werden (Apelt et al. 1992).
Die En tzugsbehandlung bei einem Mißbrauch von Schmerzmittel erfordert, wie oben dargestellt, intensive ärztliche Interventionen, was in der Regel nur im Rahmen einer stationären Behandlung (Schmerzklinik) durchführbar ist.
Auch ist es sehr wichtig, eine En tzugsbehandlung wegen Schmerzmittelmißbrauch psychologisch/ psychotherapeutisch zu flankieren, um eine nachhaltige Stabilisierung zu erreichen.
Aktualisiert:
k 03.12.05
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Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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Schmerzklinik:
www.schmerzklinik-1.de
Seniorenhotel:
www.senioren-hotel.com
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